Diesen Sommer hat in der letzten Ferienwoche vom 26. Juli – 05. August das Bundeslager des BdPs stattgefunden. Das ganze findet alle 4 Jahre statt und war dieses mal auf dem VCP Bundeszeltplatz an der Brandenburg-Mecklenburg-Vorpommerschen Grenze in Großzerlang angesiedelt.

Mit dem Motto „Estonteco – lebe den Kontinent“, was „Zukunft“ in der Kunstsprache Esperanto bedeutet, war das Ziel für 10 Tage eine kleine Stadt zu bilden, und das Motto von 2013 aufzugreifen. Damals wurde in „Weitwinkel“ der Kontinent entdeckt, dieses Mal gelebt.

Natürlich haben auch wir eine Delegation von 15 Leuten entsandt, sich den 5.000 weiteren Pfadfindern auf diesem Großevent anzuschließen.

Los ging es am Möbelhaus in Taucha, wo uns der Bus noch eine Stunde sitzen ließ. Im Bus trafen wir auf die Dresdener und Bad Schandauer und auch Leute aus Thüringen waren bereits zugestiegen. Nach gut 4 Stunden Fahrt kamen wir dann auf dem Parkplatz in Großzerlang an und machten uns auf den Weg zum eigentlichen Zeltplatz.

Je dichter wir den Zelten am Horizont kamen, desto größer wurde die Vorfreude und endlich standen wir da. Es ging leicht bergab, sodass man bereits bei überqueren der Schlammfelder, die sich am Vortag gebildet hatten einen guten Überblick auf den Zeltplatz erhielt. Unser Unterlager war schnell gefunden, da wir einerseits im größten Unterlager einquartiert wurden, und auch, weil Stamm Leo aus Leipzig und die Aufbaugruppe der Jötnar, mit denen wir uns einen Platz teilten bereits auf uns warteten.

Wie auf jedem Lager war nun der Rest des Tages bis in den Abend hinein mit dem Aufbau der Zelte verplant, sodass wir dann in den späten Abendstunden, nachdem wir 3 Jurten etliche Male verschoben hatten und auch alle Kothen standen, uns endlich dem Abendbrot widmen konnten. Wir waren angekommen.

Am nächsten Morgen fiel das Aufstehen recht leicht. Der Aufbau war vollendet, also konnte man den Vormittag vor der offiziellen Lagereröffnung nutzen, um sich den gesamten Platz mal anzuschauen, und auch, um die Dresdener zu besuchen, die als einziger Stamm des Landesverband Sachsen in einem anderen Unterlager platziert waren.

Dann war es so weit. Alle Unterlager mitsamt all ihren Stämmen versammelten sich vor der Hauptbühne, um in einer einstündigen Zeremonie das Lager zu eröffnen und alle Teilnehmer (auch 600 internationale Pfadfinder von allen Kontinenten dieser Welt) Willkommen zu heißen. Das Highlight der Eröffnung war wahrscheinlich, dass irgendwer in einem Meeting vorher die Idee hatte, die 5000 Teilnehmer mit Bananen auszurüsten, welche alle im Verlauf der Veranstaltung gen Bühne flogen. Gut gemacht.

Innerhalb des Unterlagers gab es anschließend auch noch eine Eröffnung, und wir wurden in „Verda Loko“, dem Unterlager der Niedersachsen, aufgenommen. So sollte uns das Motto „Bock auf Park“ die nächsten Tage begleiten.

Die nächsten Tage gab es somit auch eine Reihe von Workshops, in denen gebastelt, diskutiert und gespielt wurde, und auch Geländespiele wurden angeboten. Und wenn man nicht gerade in solchen Aktivitäten beschäftigt war, gab es auch sonst auf dem Lagerplatz genügend Angebote. Auf dem zentralen Marktplatz gab es nicht nur viele Zelte, wie z.B. die gelbe Jurte und den runden Raum, sondern auch einen Aussichtsturm, der einen schönen Blick auf das Lager ermöglichte. Der Ort mit dem meisten Anlauf war jedoch vermutlich die Badestelle, die mit ihren zwei Stegen an den 10 viel zu sonnigen Tagen für die nötige Erfrischung, und auch Hygiene sorgte.

Unsere Sippe Spyro nahm während der Zeit unter der Leitung von Oskar auch an einer Sippenbegegnung teil und gestaltete zusammen mit einer anderen Sippe eine schöne Sippenstunde.

Sobald die Sonne unterging, war der Tag jedoch lange noch nicht vorbei. Da jedes Unterlager eine eigene Pinte stellt, welche meist neben Getränken auch Singerunden anbietet, war abends eine wundervolle Zeit um am Lagerfeuer zu singen oder Gespräche zu führen, oder um in der frischen Abendluft die Atmosphäre des Lagers aufzunehmen und den Tag zu reflektieren.

Was neu war, war, dass auch der Landesverband Sachsen das erste Mal eine eigene Pinte stellte, welche außerhalb jeden Unterlagers mit einem schönen Vorhof prahlte, und sogar ganz objektiv betrachtet, die schönste Pinte des Lagers war. Hier gab es sachsentypische Getränke und Speisen, sachsentypisches Programm, sächselnde Barkeeper, und sogar den Sandmann um 7 Uhr. Das ganze lief unter dem Namen „Muggefugg“.

Am vierten Tag war dann der Stammestag angesetzt, bei dem wir als Stamm gemeinsam in der Mecklenburger Seenplatte paddeln gegangen sind. Mit neun Zweierbooten, machten wir uns auf den Weg zu einer Schleuse, die wir verfehlten, da jemand die Karte falsch gelesen hat, was für Pfadfinder irgendwie ironisch ist. Ein guter Ausflug war es dennoch auf jeden Fall, da wir einerseits ein Eis bekamen, und nicht nur einen schönen See entdeckten, der mit Seerosen überwuchert war, sondern auch eine schöne Badestelle aufgesucht haben, bei der Einige von uns von einem Baumstamm herab springen konnten.

Ein Tag später begannen dann die Raus!-Tage, bei denen Sippen auf Fahrt oder auf Hajk gehen können, und so haben auch wir unsere Sippe Spyro mit Satan, Claudius und Momo auf Hajk geschickt. Ausgesetzt in Fürstenberg, machten wir uns über einen Zeitraum von 24 Stunden auf den 20 km langen Heimweg. Die Nacht über wurden wir dann bei einem Förster einquartiert, wo wir auf eine freundliche Sippe aus Berlin trafen, mit denen wir einerseits Werwölfe spielen konnten, uns aber auch sehr viel über die verschiedenen Traditionen innerhalb der BdP unterhalten konnten. Am nächsten Tag sind wir dann sogar zusammen zurück gewandert und haben uns gegenseitig ausgeholfen.

Was an dem Abend dann folgte war für den Landesverband Sachsen dann wahrscheinlich der erfolgreichste Abend des gesamten Lagers. Der Singewettstreit, der auf jedem Bundeslager stattfindet, begann damit, dass die hervorragende Programmband ein Medley der Songs, die auf dem Lager am meisten Bedeutung hatten zusammenstellte. die Motivation war noch hoch, und so kam es dann auch dazu, dass wir viele der Zuschauer zum mittanzen animieren konnte, und so die Stimmung deutlich hoben. Dann begann der Wettbewerb. Neben einem niedlichen Lied einer Meute darüber, dass sie ihre Kothe nicht finden, einer türkischen Gruppe, die mit Nenas „99 Luftballons“ die Menge begeistert, einem Ukulelespieler der Popsongs singt, und einer Singegruppe, die über die tägliche Ubahn-Fahrt musiziert, durften auch wir auf die Bühne um unseren Song zum Leuchtturm des Ostens vorzutragen.
Mit „Himmel und Hölle“ gewannen wir nicht nur die Herzen des Publikums und den ersten Platz und pflanzten einen Dauerohrwurm, sondern erhielten nachträglich sogar noch die Anerkennung als eigenes Unterlager.

An diesem Abend fand anschließend noch eine gebührende Siegesfeier in unserer Pinte statt, und ich muss sagen, dass ich noch nie so viel Zusammenhalt in unserem Landesverband gespürt habe.

Gelegen kam, dass am nächsten Tag der LV-Tag war, wodurch wir erneut den ganzen Tag miteinander verbringen konnten, und in unserer Pinte eine geschlossene Gesellschaft hatten. Am Abend wurden dann noch die Mitglieder der Aufbaugruppe der Jötnar im LV aufgenommen, und wir begrüßen auch Muskel-Toni, der erfolgreich seine Wache abgeschlossen hat, in unserer Runde Taracona.

 

Damit war das Programm des Lagers auch abgeschlossen. Es kam noch der Abbau, der reibungslos vonstatten ging, und natürlich die Abschiedsfeier an der Hauptbühne. Am letzten Abend gab es noch das Abschlussfeuer, bei dem Flammen meterhoch in den Himmel stiegen, und alle noch einmal das Lager reflektieren konnten.

Vielen Dank für dieses wunderschöne Lager.

 

 

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