Pfadfinden – das bedeutet gemeinsam leben und die Welt erkunden. Der Wert unserer Gemeinschaft liegt sowohl in den kleinen Treffen jede Woche, als auch in den großen Abenteuern rund um den Globus. Dieses Jahr geht die Großfahrt für die Stämme Ancalagon und Jötnar nach Finnland. Das ist ein ziemlich großer Schritt und deshalb dachten wir uns, wir üben die Sache mit dem Paddeln erstmal in Deutschland … und auch nicht gleich für zwei volle Wochen.

Erste Paddelversuche im ruhigen Hafenbecken

Gesagt, getan und pünktlichst zum Himmelfahrtsdonnerstag standen wir mit gepackten Rucksäcken am Bahnhof. Auch einige Neulinge waren dabei, die den Charme unserer Kultur kennenlernen wollten. Im vollgestopften Zug ging es dann an die Mecklenburgische Seenplatte, wo wir uns an einem Hafen die Boote bestellt hatten, nur spielte das Wetter leider so gar nicht mit! Im Hafenbecken konnten wir zwar ein paar Runden drehen und uns mit dem Steuern von Canadiern vertraut machen, im Bereich der ersten Boje jedoch waren die Wellen schon höher als das Kanu selbst. Diesen See zu durchqueren war demnach unmöglich. Schade, doch ein Pfadfinder gibt nicht auf, und schon gar kein RR! So wanderten wir also zum ersten Campingplatz.

Nass am Campingplatz angekommen.

Am Freitag war es dann endlich soweit, raus auf das Wasser und zwar für mehr als nur eine kleine Probefahrt. Der Wind blies genauso unerbittlich, doch die Seen und Kanäle waren zum Glück etwas kleiner, windgeschützter und flacher, sodass wir die Etappen meistern konnten. Nur ein See machte uns so richtig mit Seiten- und Gegenwind zu schaffen. So sehr, dass einige sogar zweimal den Kraftakt in Kauf nahmen um den Anderen aus der Patsche zu helfen.

In den Kanälen.

Auch am Abend war das Wetter gegen uns, denn der Regen wollte und wollte nicht nachlassen. Unser Ass im Ärmel jedoch begeisterte uns in Form einer überdachten Sitzgruppe, sodass wir ganz im Trockenen kochen und essen konnten, während die Zelte am Hang schon aufgebaut waren. Am nächsten Morgen war es natürlich trotzdem ordentlich nass und kalt uns so wussten wir die ersten zärtlichen Sonnenstrahlen zu würdigen, die uns im Kanal begegneten. Das Highlight des Tages übrigens war die längste der Loren, mit denen man Boote von einem See in den anderen transportieren konnte. Diese Strecke umfasste 750 Meter! Ein toller Spaß und gleich vier Kanus auf einmal 🙂

Nach diesem langen und ereignisreichen Tag konnten wir nun endlich am eigenen Lagerfeuer entspannen und die Fahrt mit einer gemeinsamen Singerunde ausklingen lassen. Denn am nächsten Morgen durften wir zwar ausschlafen, doch leider auch die Rucksäcke packen, die Boote putzen und uns erneut in den überfüllten Zug nach Hause begeben.

Herr Leguan bändigt das Lagerfeuer

Fazit des Wochenendes: Wir freuen uns mega auf September, wenn es endlich auf Großfahrt geht und wir ganz frei von Insel zu Insel paddeln können 🙂

-Lara

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